Malchin-Kummerower See
September 2026
Fahrradtour durch die Niederungen des Kummerower Sees, der nur 20 Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt. Von Malchin Richtung Gorschendorf und Salem blicken wir auf die Moränenkette der Mecklenburgischen Schweiz.
Wir erreichen das breite Peenetal zwischen Salem und Järmen, fahren am Schilfufer vorbei und setzen bei Aalbude mit der Fähre über die Peene. Hier verläuft die Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern.
Zwischen Meesiger und Kummerow erstrecken sich hohe Maisfelder über den Höhen, ein gelbgrünes Farbenmeer bis zum Horizont, dazwischen sattgrüne Wiesen und braune Äcker im Abendlicht, die von großen Landwirtschaftsmaschinen bearbeitet werden.
Am anderen Ufer, auf dem wir zuvor entlanggefahren sind, erheben sich die Retzow-Gülitzer Höhen. Die bizarre Hügellandschaft der Grundmoräne, strahlt durch die braunschattierten, abgeernteten Äcker eine große Ruhe aus. Sie wird begrenzt durch den dunklen Wald auf der Höhe und eine große hellgrüne Wiese auf der eine Jägerkanzel steht.
Von oben sehen wir immer wieder auf den Kummerower See, der durch fließendes Schmelzwasser im Untergrund des Gletschers entstanden ist.
Die hügelige Fahrradstrecke und die einzigartige Aussicht auf die Stauchendmoräne können wir besonders dank unserer E-Bikes genießen. Im bewaldeten Höhenzug sollen Kesselmoore, Sümpfe und Kleingewässer mit vielen seltenen Tieren und Pflanzen zu finden sein.
Bei Lindenhof verlässen wir den Naturpark und erreichen lange Zeit, ohne in die Pedale treten zu müssen, vorbei an Feldern die geschichtsträchtige Hansestadt Demmin. Hier pausieren wir länger und genießen beim Essen besonders die köstlichen Bratkartoffeln.
Gegen Abend erreichen wir auf der Rückfahrt das Dorf Kummerow, erfrischen uns dort mit einem kalten Bier auf der Terrasse des “Seeblick”. Unverhofft erleben wir eine halbe Stunde später ein unglaubliches Naturschauspiel. Starenschwärme aus allen Richtungen treffen sich direkt vor uns im Uferschilf. Heben ab, kommen wieder, neue Schwärme fliegen über das “Seeblick”, landen alle auf diesem kurzen Uferstück. Ein großes Starengezwitscher wird immer lauter. Plötzlich steigen sie wie verabredet alle auf einmal in die Höhe. Eine riesige schwarze Starenwolke zieht wellenförmig an uns vorbei und kommt wieder. Ich kann mein Glück kaum fassen, in diesen Momenten meine Fotokamera griffbereit zu haben. Als das Spektakel zu Ende ist, werde ich von dem Kellner und auch einigen Gästen beglückwünscht, dass es mir heute Abend gelungen ist, dieses Naturschauspiel festgehalten zu haben.
“Schon im frühen Sommer bilden sich direkt nach der ersten Brutzeit Trupps aus Jungvögeln und unverpaarten Staren. Je näher der Herbst rückt, desto größer werden die Schwärme. Die Schwarmbildung schützt Stare vor Angreifern aus der Luft. … Die größten Schwärme von über einer Million Vögeln gibt es alljährlich in Rom und an anderen Orten in ihren Überwinterungsgebieten. Der dort entstehende Geräuschpegel kann ohrenbetäubend sein.
Ein Star orientiert sich innerhalb des Schwarms die ganze Zeit an bis zu sieben Vögeln in seiner Umgebung. Zu diesen Vögeln versucht er im Flug die immer gleiche Position einzuhalten. Die synchronen, wellenförmigen Bewegungen der fliegenden Stare wirken fast wie ein eigener, gigantischer und nimmermüder Organismus.” (www.nabu.de)
Am nächsten Morgen spazieren wir zum Abschied noch einmal durch das Zentrum von Malchin.

